Warnzeichen sind keine Diagnose. Sie sind Hinweise, genauer hinzusehen und bei anhaltender oder zunehmender Belastung Hilfe zu holen. Besonders wichtig ist die Kombination aus Dauer, Intensität und Einschränkung im Alltag.
Emotionale Warnzeichen
- Niedergeschlagenheit, Leere, Hoffnungslosigkeit
- Angst, Reizbarkeit oder innere Unruhe
- Schuldgefühle, Scham oder starke Selbstabwertung
- Gefühl, anderen nur noch zur Last zu fallen
Kognitive Warnzeichen
- starkes Grübeln
- Konzentrationsprobleme
- schwarzes Denken: „Es wird nie besser“
- Entscheidungen wirken kaum noch möglich
Körperliche und verhaltensbezogene Warnzeichen
- Schlafstörungen oder deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis
- Appetitveränderungen
- Erschöpfung, Schmerzen oder Druckgefühle ohne klare Erklärung
- Rückzug, Vernachlässigung von Alltag, Arbeit, Schule oder Kontakten
- mehr Alkohol, Beruhigungsmittel oder andere riskante Bewältigungsversuche
Rote Warnzeichen
Suizidgedanken, konkrete Pläne, Abschiedsverhalten, starke Hoffnungslosigkeit, akute Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung sind Notfälle. Bitte sofort 112 rufen, eine Notaufnahme aufsuchen oder eine vertraute Person hinzuziehen.
Wenn es akut wird: bitte nicht allein bleiben.
Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung bitte sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen. Bei starker seelischer Krise oder Suizidgedanken kann ein sofortiges Gespräch entlasten.
Diese Box ist kein Ersatz für professionelle Krisenintervention. Sie ist eine schnelle Orientierung für akute Belastung.