Der innere Kritiker klingt oft streng, absolut und endgültig. Er behauptet, Schutz zu bieten, erzeugt aber häufig Scham, Rückzug und Erschöpfung. Gerade bei Depression kann er lauter werden.
Typische Kritiker-Sätze
- „Du bist zu viel.“
- „Du musst dich zusammenreißen.“
- „Andere schaffen das doch auch.“
- „Wenn du Hilfe brauchst, bist du schwach.“
- „Du darfst erst ruhen, wenn alles erledigt ist.“
Gegenmittel: fair, nicht kitschig
Eine hilfreiche Antwort muss nicht übertrieben positiv sein. Sie darf nüchtern sein: „Ich bin gerade krank oder belastet. Kleine Schritte sind angemessen. Hilfe ist erlaubt.“
Übung: Stimme wechseln
- Schreibe den Kritiker-Satz auf.
- Markiere absolute Wörter wie „immer“, „nie“, „alle“, „nichts“.
- Formuliere denselben Inhalt als fürsorgliche Warnung.
- Wähle eine kleine Handlung, die Schutz bietet.